Ein
Reisebericht von Dipl. Ing. Rolf Goltz
Emden über die Andalusienrundfahrt
der
Bezirksgruppe 51 in der Zeit vom 11.05 bis 19.05.2002.
Natürlich sind mit dem Namen
Andalusien sofort einige feste Begriffe verbunden. Es mag
Unsere
Reisegruppe wurde am Flughafen zu Malaga von der überaus kundigen Leiterin
Petra, deren Kölner Adelsnamen hier nicht weiter preisgegeben werden soll, und
dem gewandten Busfahrer empfangen, der Start in eine geschichtsträchtige Region
begann. Die Distanz nach Granada war schnell überwunden, die Großstadt
erreicht. Mit dem Ort ist in einem Atemzug immer die über der Stadt thronende
Alhambra verbunden. Die Schöpfung
So
sollte der neue Tag uns hoch zur Alhambra bringen, das Mindeste was man
der Schönheit opfern muss, ist die Zeit und
Muße um die Eindrücke aufzunehmen. Die Anlage wird
Die
Route der Kalifen führt durch eine hügelige Landschaft in welcher intensiv der
Olivenanbau betrieben wird, von den Bergspitzen grüßen kleine weißfarbene Dörfchen,
oftmals von einer Feste umrahmt. Die Baukunst der Mauren übt eine Faszination
aus, welche auch heute noch wirkt und im so genannten "Modecha-Stil"
ihren Ausdruck findet. Als in Mitteleuropa die Wildsäue sich noch an den Eichen
scheuerten, erlebte die Kultur auf der iberischen Halbinsel eine Blüte.
Eigentlich kann man sagen, dass die Araber es waren, welche das Wissen der
Antike retteten. Die Architektur, die Astronomie - wie sähe die Welt ohne die
arabischen Zahlen aus? Nun, der römische
System-Trödel wäre nie Computer-kompatibel geworden. Allein den Wert Null mit
einer Zahl zu belegen kann als eine geniale Schöpfung betrachtet werden. Das
eines Tages das Aneinanderreihen von Nullen zu einem politischen System erhoben
werden sollte konnte natürlich damals niemand ahnen.
Nach
Überquerung des Guadalquivir erreicht man die Altstadt von Cordoba, die
einst prächtige Hauptstadt von Al - Andalus. Jedoch verrät die gut erhaltene
und funktionstüchtige Römerbrücke, dass die Metropole schon früher bedeutend
war, man spricht von der gelehrtesten Stadt im damaligen Europa und heute zeugt
von diesen Zeiten vor allem die Mezquita, die große Moschee im Zentrum.
Im
Innern schreitet man in einem "Wald von 1000 Säulen" , das Gebäude könnte
drei Fußballfelder überdecken, unvorstellbar das hier vor langer Zeit bis zu
70.000 Menschen gleichzeitig die Suren des Korans gemurmelt haben sollen. In der
Zeit der Reconquista wurden dann Kapellen eingebaut, im 16. Jahrhundert
errichtete man eine komplette Kathedrale in dem Gebäude, so dass mit der "Mezquita
- Kathedrale" heute ein einmaliges Bauwerk anzutreffen ist. Gleich neben
dem Gotteshaus liegen die Gassen der Altstadt und mancher kühle Patio -
ein schattiger, blumengeschmückter Innenhof – beherbergt ein
Restaurant - Wein und Schinken, an
der Theke abgeschnitten, sind angesagt.
Mit
dem größten Fluss Andalusiens setzten wir unsere Reise fort und die führte
uns in eine Stadt völlig anderen Charakters, Sevilla. Die Stadt ist natürlich
mit zwei außerordentlichen Ereignissen verbunden, der Weltausstellung von 1929
und der von 1992. Während die letztere nur einen architektonisch ungewöhnlichen
Brückenschlag über den Guadalquivir und die üblichen Hallenkomplexe
hinterlassen hat, war die erste Ausstellung prägend für die Stadt. Damals
dominierte die ibero - amerikanische Welt die Veranstaltung, das heißt Länder
wie Mexiko, Venezuela und viele andere stellten sich mit einem eigenen Pavillon
vor, eingebunden in einer Park-ähnlichen Landschaft. Was die Meister aus
Venezuela alles drauf haben konnte man vor noch nicht langer Zeit in Hannover
bewundern, dahinter muss eine außerordentliche Begeisterung stehen mit der man
alle Schwierigkeiten überwinden kann. Doch nun zurück nach Sevilla, der
Ausstellungspark von damals befindet sich heute in Mitten der Stadt und damit
sind die Teile alle fußläufig oder auch mit einem Fiaker erreichbar. Der
spanische Pavillon nimmt hier eine herausragende Stellung ein. In einem von
Ausstellungstrakten gebildeten riesigen Oval stellen sich die Städte des Landes
vor. Bei dem Aufspüren von Granada ist das signifikanteste Ereignis der
Stadtgeschichte dargestellt, die Schlüsselübergabe durch die Mauren an den
spanischen König im Jahre 1492. Die Pavillons bestechen durch ihre schmuckvolle
Architektur, aber damals nahm man sich für wichtige Dinge mehr Zeit, von der
Planung der riesigen Anlage bis zur Fertigstellung konnten 15 Jahre vergehen
- ein Zeitrahmen von dem die Bauleute heute nur träumen können.
Mit
Sevilla waren wir dem afrikanischen Kontinent nur ein kleines Stückchen näher
gekommen, jedoch stiegen in den Tagen des Mai die Temperaturen auf 31°C
, man spricht von über 40°
in den Sommermonaten! In früheren Zeiten war Sevilla auch Hafenstadt, doch die
Versandungen des Guadalquivir bewirkten die Wiederbelebung einer der ältesten
Stadtgründungen - Cadiz mit seinem natürlichen Hafen zur offenen See.
Der
Besuch der "Doppel" - Städte Jerez de la Frontera und Cadiz waren
weitere Zielpunkte unserer Rundreise. Die erste ist natürlich mit den berühmten
Cherry-Baronen verbunden und die tüchtige Petra hatte alles super
organisiert, den Aufenthalt auf dem Gut von
Bei
dem kurzen Bootstransfer nach Cadiz kam es dann zu einer kleinen Irritation,
nach dem Cherry - Genuss konnte ein Teilnehmer nicht mehr die Zahl der
Rettungsringe auf dem Wasserfahrzeug zählen und unsere Reiseleiterin hatte alle
Mühe die panischen Ängste zu zerstreuen, dass wir gerade ihn im Falle einer
Havarie absaufen lassen würden!
Der
"Union Jack" sollte uns noch einmal begegnen als wir die Südspitze
der iberischen Halbinsel besuchten, ein äußerst windiger und wechselhafter
Zipfel. Eine unübersehbare Zahl von Windkrafträdern, die sich ganz ohne
Subventionen munter drehen ist eine gute Bestätigung dafür. Nach dem Besuch
der Wächter auf dem über 400 m hoch herausragenden Felsen von Gibraltar und
einen Blick auf den 20-Boots-Minuten entfernten afrikanischen Kontinent, rollte
der Reisebus über Marbella nach Torremolinos, wo wir uns herzlich von der Petra
verabschiedeten und für einige Tage die große Rundfahrt ausklingen ließen.
Bevor wir jedoch wieder von Malaga nach Hause flogen, besichtigten wir noch Malaga.
Wir waren Gäste in den edelsten Häusern Andalusiens und wir werden uns noch lange an die hellen Tage erinnern, danke!